"Stille Nacht" Gemeinde Hintersee

Joseph Mohr in Hintersee

Joseph Mohr, der weltberühmte Textdichter des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht“, wirkte über 9 Jahre als Pfarrvikar in Hintersee (19.12.1827 bis 14.02.1837). Das jetzige Joseph-Mohr-Haus, seinerzeit war es das Wirtschaftsgebäude des Hinterseer Gasthofes, liegt nur einige Schritte vom alten Pfarrhof entfernt. Dieses Haus stammt aus dem Jahr 1748 und wurde 1998/99 im Sinne der Stadt- Dorferneuerung umgebaut und am 2. Mai 1999 als Schatzkammer Land Salzburg Projekt eingeweiht und eröffnet. Als Erinnerung und Verehrung an Joseph Mohr wurde dieses Kulturgut nach ihm benannt. Das Haus ist in Hintersee bereits zu einem bedeutenden Kulturträger geworden. Als Joseph Mohr 1827 nach Hintersee zog, war eine sehr ärmliche Zeit. Die kleine Gemeinde zählte damals 272 Einwohner, die von der Holz- und Jagdwirtschaft lebten. In einer Landesbeschreibung (Pillwein) heißt es: „…. die Bewohner von Hintersee sind größtenteils Holzarbeiter, auch die Schnecken von denen man oft zwei bis drei übereinander auf den Bäumen trifft, verschaffen den Einwohnern einen Erwerb…“

Die Priesterstelle in Hintersee war sehr schlecht dotiert und Mohr konnte die Einnahmen durch zusätzliche Messen nicht aufbessern, da das Volk arm war und nicht freigiebig sein konnte. Der sehr sozial eingestellte Priester bemühte sich besonders um die Ausbildung der Schulkinder. Mohr hatte oft ein Problem mit dem Lehrer Johann Niederrreiter, der gleichzeitig auch Mesner war, weil dieser häufig zu spät kam und sehr gerne seine Zeit im Dorfwirtshaus verbrachte. In dem schönen und reichen Jagdgebiet von Hintersee gab es damals nicht wenig Wilderer. Aber durch das Wildern verdienten sich die Menschen ein Zubrot. Joseph Mohr kaufte manchmal von seinem wenigen Geld, den Wilderern Wildfleisch ab und verschenkte es an arme Hinterseer Familien.

In Hintersee wurde im erwähnten Joseph-Mohr-Haus ein kleines Museum eingerichtet. Auf dem Weg zum Puppenstubenmuseum kann man das kunstvoll geschneiderte Priestergewand bewundern, das Joseph Mohr zuletzt in Wagrain getragen hat. Es wurde von der Hinterseer Schneiderin Maria Weissenbacher modellgetreu nachgeschneidert. Kerzenständer, Gebets- und Messbücher, handschriftliche Aufzeichnungen und Bilder über Joseph Mohr zählen zu weiteren kostbaren Sammelstücken.

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